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Weinwochenende in Eltville

Ein Bericht von Susanne Römer

Von 5. bis 7. Oktober 2007 fand bei wunderschönem Wetter ein Weinwochenende für blinde und sehbehinderte Weininteressierte in Eltville, einer kleinen Stadt im Rheingau, statt. Fünf Blinde und Sehbehinderte und zwei Begleitpersonen nahmen daran teil.
Nach der durch den Bahnstreik und den kurzfristigen Ausfall zweier Begleitpersonen etwas chaotischen und langwierigen Anreise und einigen Problemen mit der Pension und bei der Zimmerverteilung machten die Führhundhalter unter den Teilnehmern zusammen mit einer Begleitperson erst einmal einen schönen Spaziergang mit ihren Vierbeinern und suchten dabei ein nettes Lokal namens Fassbinder und Babel aus, wo sie einen Tisch für die Gruppe reservierten. Dort wurde der Abend bei gutem Essen und Wein gemütlich beendet.
Am nächsten Tag war die Besichtigung der kurfürstlichen Burg und des Gutenberghauses in Eltville geplant. Leider verlief sich die Gruppe auf dem Weg nach Eltville, sodass sie erst nachmittags bei der Burg ankam. Deswegen entschieden sich die Teilnehmer dafür, die Besichtigungen entfallen zu lassen und sich lieber eine Weile auf Bänken am Rhein in der Sonne auszuruhen.
Um 14 Uhr begann dann eine Wanderung mit Weinverkostung durch die Weinberge von Eltville nach Kiedrich. Sie wurde von Josef Bibo, Besitzer des Weinguts Bibo und Sohn, und seinem Sohn Jens Bibo geleitet. Die Wanderung bestand aus vier Etappen mit vier Weinverkostungen (Rotwein, Weißwein und Rosé). Während jeder Verkostung erzählte Josef Bibo Interessantes über die jeweilige Weinsorte und Historisches aus der Gegend.
Da die Gruppe etwas fußlahm vom vielen Laufen war, kam es sehr gelegen, dass Josef Bibos Bruder zufällig mit einer Kutsche vorbei fuhr, in der die erste Etappe des Weges zurückgelegt werden konnte. Nach den Weinproben ging es zum Weingut, wo die Wanderer von Jens Bibos Frau mit frisch gebackenem Zwiebelkuchen und Federweißen versorgt wurde. Das ließen sich alle gut schmecken. Bevor es mit dem Taxi zur Pension zurück ging, kauften einige Teilnehmer Weine oder Souvenirs, wie Körbchen mit Weingelee und Weinlikör. Der Abend wurde wieder im Faßbinder und Babel verbracht.
Vor der Abreise am Sonntagnachmittag unternahm die Gruppe noch eine sehr schöne Rheinschifffahrt von Eltville nach Rüdesheim. Kurz vor jeder Anlegestelle gab es über Lautsprecher interessante Informationen zur jeweiligen Stadt.
Bevor es zum Bahnhof ging, kehrten alle in einem kleinen Café direkt am Hafen ein. Einige Teilnehmer genossen Rüdesheimer Kaffee, d. h. Kaffee mit Asbach, Zucker und Sahne, der von der Kellnerin am Tisch zubereitet wurde.

Trotz der Probleme bei der Anreise und mit der Pension war das Weinwochenende – wie viele andere Freizeiten auch – wieder rundherum ein gelungenes Ereignis, das wiederholt werden sollte.