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Medienfreizeit 2007 in Nürnberg

Ein Bericht von Christian Dellert

Radio hören ist einfach, den Fernseher einschalten auch. Aber wie macht man Radio, wie sieht es in einem Fernsehstudio aus und wie entsteht eine Zeitung? All diese Fragen und viele mehr wurden auf unserer Medienfreizeit Ende Mai in Nürnberg geklärt.

Erster Programmpunkt am Mittwoch war der Fernsehbereich im Studio Franken des Bayerischen Rundfunks. Edeltraud Lotter führte uns durch das Fernsehstudio und den dazugehörigen Technikraum mit der Bild- und Tonregie. Täglich wird in diesen Räumen die Sendung „Abendschau Franken“ produziert. Zudem liefert das Studio Franken aktuelle Beiträge – etwa Monat für Monat die Arbeitslosenzahlen aus Nürnberg für die Tagesschau der ARD.
Am Nachmittag fuhren wir in Nürnbergs Nachbarstadt Fürth. In den ehemaligen Räumen der Firma Grundig ist heute das Rundfunkmuseum zu finden. Alexandra Herzog erzählte uns lebhaft von der Geschichte des Rundfunks und von allerhand Begebenheiten rund ums Radio. Die erste Rundfunksendung wurde am 29. Oktober 1923 ausgestrahlt. Damals sendete man nur stundenweise und alles live, da es noch kaum brauchbare Tonaufzeichnungsverfahren gab. Die Radiogeräte damals waren noch recht große, klobige Apparate. Platinen, Chips und serienreife Transistoren gabs noch lange nicht und so waren die wichtigsten Bauteile Spulen und eine Röhre zur Signalverstärkung. Besonders interessant: Das Detektorradio funktioniert ohne Stromanschluss oder Batterie, weil es seine Energie direkt aus der elektromagnetischen Radiowelle bezieht. Allerdings reicht das bisschen Energie natürlich nur für einen Kopfhörer und ein recht leises Signal.
Ein Radioempfänger kostete zwischen 450 und 500 Reichsmark. Zum Vergleich: Ein Facharbeiter verdiente damals im Monat etwa 200 Reichsmark. Günstiger wurden die Radioempfänger erst im Dritten Reich, als Hitler den Rundfunk als Propagandamedium für die Masse entdeckte. Deshalb wurde der Volksempfänger entwickelt.

Mal nicht um Medien, sondern um Verständigung, drehte es im Museum für Telekommunikation und Post am nächsten Vormittag. Hier ging es vor allem um die Geschichte des Telefons. Auch ein Vermittlungsplatz, dem Arbeitswerkzeug der „Fräuleins vom Amt“, durften wir ansehen.
Am Donnerstag Nachmittag führte uns Stefan Grundler durch das Funkhaus Nürnberg, in dem die vier großen Nürnberger Lokalradiosender ihre Geschäftsräume haben. Nach der Demonstration von Schnitt und Mischung bei der Produktion von Beiträgen gings danach ins Studio von Hitradio N1. Dort stellte sich der Moderator Patrick Lengenfelder unseren Fragen und demonstrierte das mit Computertechnik automatisierte Sendesystem. In einem längeren Gespräch erläuterte Stefan Grundler danach ausführlich das Thema Privatradio und erklärte uns, wie eine Playlist gestaltet wird.
Abends begaben wir uns dann noch ins Pressehaus Nürnberg, in dem die Nürnberger Zeitung und Nürnberger Nachrichten redaktionell erstellt und gedruckt werden. 320.000 Zeitungen werden hier täglich produziert. Rudolf Lothes lotste uns nach einem ausführlichen Referat durch die Produktion. Die Druckmaschine erstreckt sich über mehrere Stockwerke. Drei Etagen unter der Erde werden die Papierrollen gelagert und eingespannt.

Am nächsten Morgen referierte Thomas Schmitz von der Rundfunkberatungsfirma BCI über das Thema Jingles. Diese Programmverpackungselemente sollen für einen besseren Programmfluss und einen Wiedererkennungswert der Radiosender sorgen. Er verdeutlichte anschaulich anhand von Hörbeispielen die verschiedenen Möglichkeiten und Arten.
Im Südwestpark besuchten wir abends Franken-TV. Hier wird vor allem das tägliche Regionalmagazin produziert, das zwischen 18 und 18:30 Uhr auf den Frequenzen von RTL in Mittelfranken ausgestrahlt wird. Nach einem Streifzug durch die Redaktions- und Produktionsräume durften wir im Fernsehstudio Platz nehmen und als Zuschauer bei der Live-Sendung zusehen. Im Anschluss an die Sendung durften wir das Studio näher unter die Lupe nehmen.

Nachdem wir tagelang den Medienprofis über die Schultern geschaut hatten, gingen wir zum Abschluss am Samstag zwischen 13 und 14 Uhr auf Radio AFK Max selbst auf Sendung. Unter Anleitung des Medienzentrums Parabol übernahmen Kleingruppen verschiedene Aufgaben.

Alle sechs Teilnehmer waren sehr zufrieden und wir erhielten interessante Einblicke hinter die Kulissen der Medien. Ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer!