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Ein Bericht von Kadir Türkyilmaz
Schon seit langem war sie geplant – einmal wurde sie sogar wegen geringer Teilnehmerzahlen abgesagt: Doch dann...
In der Zeit vom 18..bis 21. Januar.2008 nahmen 16 blinde und sehbehinderte Menschen zwischen 18 und 35 aus ganz Deutschland an der vom DBSV organisierten Jugendfreizeit in Bad Liebenzell teil. Neben Bayern, Baden-Württemberg, dem Saarland und Hessen war auch Niedersachsen zugegen. Sogar aus Mecklenburg-Vorpommern konnten wir zwei Teilnehmerinnen bei uns begrüßen.
Am Freitagnachmittag gab es ein großes „Hallo“. Bereits im Zug von Pforzheim nach Liebenzell trafen sich die meisten von uns. Es wurden Hände geschüttelt, man half sich gegenseitig und alles verlief reibungslos. Erste Eindrücke wurden gewonnen. Ich stellte mir während der Zugfahrt immer wieder dieselbe Frage: „Wem gehört die helle Stimme?“ „Wer ist der Junge Mann mit der Tenorstimme?“ usw.
In Bad Liebenzell angekommen wurden wir von den Mitarbeitern des RKH herzlich begrüßt und bezogen unsere Zimmer. Auch hier halfen wir einander. Für einige Menschen mag es ungewöhnlich klingen, doch für diejenigen von uns, die zum ersten mal an einer solchen Freizeit teilnahmen, war es ein Gefühl der Sicherheit. Das Gefühl, dass man auf seine Kameraden zählen kann, wenn man Hilfe brauch. Und so war es dann auch. Es wurden erste Bekanntschaften geschlossen. Man traf sich im Bistro, um sich beispielsweise bei einer Tasse Kaffee zu entspannen. Ich war so sehr in ein Gespräch vertieft, dass ich erst sehr spät mitbekam, dass bereits fast alle zum Abendessen in den Speisesaal hinüber gegangen waren.
Um 19:00 Uhr begann dann das eigentliche Programm. Herr Waldenmeier begrüßte uns im Namen seiner Kollegen im RKH und führte uns durch das Haus. Er erklärte uns vieles und beantwortete geduldig alle Fragen. Im Anschluss daran fanden wir uns im Bistro zusammen. Wir stellten uns einander vor und Jessica Stracke, eine der Bundesjugendsprecherinnen des DBSV, erläuterte uns den Programmablauf. Immer, wenn jemand uns verließ, wurden Stühle gerückt. Man setzte sich um, und so lernten wir einander im Laufe des Abends in gemütlicher und entspannter Atmosphäre näher kennen. Die letzten blieben sogar bis weit nach Mitternacht. Und doch waren wir alle am nächsten Morgen Munter.
Am Samstag trafen wir uns dann um 09:00 Uhr im Tagungsraum „Weitblick“ im Untergeschoss des Hauses. Der Name „Weitblick“ rührt daher, weil die gesamte rechte Seite des Raumes verglast ist. Zunächst wurde darüber diskutiert, inwieweit es bereits Jugendarbeit in den verschiedenen Bundesländern gibt.
Dann erklärte uns Martina Ried, ebenfalls Bundesjugendsprecherin, Sinn und Zweck des DBSV-Jugendclubs, über den ja bereits in der Gegenwart berichtet wurde.
Anschließend teilten wir uns in vier Gruppen zu je vier Personen auf. Unsere Aufgabe bestand darin, eine Wochenendfreizeit oder einen Tagesausflug zu organisieren.
Am Nachmittag besuchten wir die Kamelfarm in Rotfelden. Wir lernten viel über die verschiedenen Kamelarten und hatten auch Gelegenheit, auf einem Kamel zu reiten. Einige von uns gaben den Kamelen sogar Heu zu fressen.

Am Abend schauten wir uns gemeinsam den Hörfilm „Das Leben der anderen“ an. Anschließend saßen wir wieder gemütlich zusammen.
Am Sonntag ging es dann weiter mit der Gruppenarbeit.
Um 11:00 Uhr war der Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Ost-Baden-Württemberg, herr wolfgang Müssig, bei uns zu Gast. Er ermutigte uns zur Jugendarbeit in Baden-Württemberg und sicherte uns seine Unterstützung zu.
Dann erfolgte die Auswertung der geplanten Freizeiten. Nach dem Mittagessen bereiteten wir in kleinen Gruppen ein italienisches Menü vor.
Am Montag hatten wir den Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbaden, Herrn Knebel, bei uns zu Gast. Er berichtete über die Aktivitäten der Jugendlichen in seinem Verein.
Dann hieß es Abschied nehmen. Nach dem Mittagessen traten wir in kleineren Gruppen die Heimreise an.
Über acht Stunden Zugfahrt mit vielen Umstiegen – und das nur, um an einer Wochenendfreizeit teilzunehmen – das hat uns in Baden-Württemberg deutlich motiviert und wir hoffen, dass auch wir eines Tages bei den Veranstaltungen unserer Kollegen aus den entfernteren Bundesländern zu Gast sein werden.